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Website-Texte · 9 Min. Lesezeit

Startseite und Leistungsseite: der Text, der oben überzeugt

Oben auf Ihrer Startseite steht wahrscheinlich ein Satz über die Firma, „Ihr Partner für Qualität und Service in der Region" oder etwas in der Art. Wer davorsitzt, will in wenigen Sekunden zwei andere Dinge wissen: Bin ich hier richtig, und was habe ich davon? Genau auf diesen Bereich ganz oben fallen 57 % der gesamten Betrachtungszeit einer Seite (Eyetracking der Nielsen Norman Group, 2018). Dort entscheidet sich, ob jemand weiterliest oder zurück in die Suchergebnisse springt.

Der Bereich ganz oben wird selten getextet, er wird bestückt. Beim Website-Bau setzt jemand ein großes Bild ein, darüber eine Zeile aus der Vorlage, daneben einen Button. Diese Zeile bleibt dann fünf Jahre stehen, weil sie wie Design aussieht und wie Deko behandelt wird. Später bekommt jede Unterseite ihre Pflege, Preise werden angepasst, Referenzen kommen dazu. Nur die teuerste Fläche der ganzen Website fasst niemand mehr an. Dieser Leitfaden gehört zum Überblick über Texte, die gefunden werden und verkaufen und nimmt sich die ersten Zeilen von Startseite und Leistungsseite vor.

Was muss oben auf der Seite stehen?

Oben auf der Seite müssen drei Fragen beantwortet sein: Was ist das hier? Für wen ist es? Was ist der nächste Schritt? Wer darauf keine schnelle Antwort findet, klickt zurück und öffnet das nächste Suchergebnis. Auch die Reihenfolge zählt: Das Angebot kommt vor allem, was die Firma über sich selbst sagt.

  • Was ist das? Die Leistung in Alltagswörtern, so wie ein Kunde sie am Telefon nennen würde („Wir bauen Bäder um" schlägt „ganzheitliche Raumkonzepte").
  • Für wen? Die Zielgruppe und das Gebiet, in dem Sie arbeiten. Ein Satz reicht: für Hausbesitzer im Umkreis von 40 Kilometern.
  • Was jetzt? Ein einzelner nächster Schritt, sichtbar ohne Scrollen, mit einem Verb statt „Mehr erfahren": Termin holen, Preis berechnen, Rückruf anfordern.

Der Fachausdruck für diesen Bereich lautet „above the fold" und meint eine Zone, die sich mit dem Bildschirm ändert. Auf einem Handy endet sie nach wenigen Zeilen, auf einem breiten Monitor passt eine ganze Bildschirmfüllung hinein. Wer die drei Fragen erst im dritten Absatz beantwortet, verschenkt die Fläche, die am meisten Aufmerksamkeit bekommt.

Begriff

Above the fold

Above the fold heißt der Seitenbereich, den ein Besucher ohne Scrollen sieht. Der Ausdruck stammt aus dem Zeitungsdruck, wo oberhalb des Falzes stand, was am Kiosk verkaufen musste. Weil Bildschirme unterschiedlich groß sind, taugt kein fester Pixelwert. Es gilt eine Faustregel: Was zuerst sichtbar ist, trägt die Hauptlast. Für Ihre Seite heißt das: Angebot, Zielgruppe und nächster Schritt gehören in diese Zone, Firmengeschichte und Details kommen darunter.

2010, oben
80 %
2018, oben
57 %
2018, erste zwei Bildschirme
74 %
Anteil der Betrachtungszeit, der im sichtbaren Bereich ohne Scrollen liegt, und Anteil in den ersten zwei Bildschirmfüllungen (rund 2.160 Pixel). Dieselbe Eyetracking-Studie von 2018, 120 Personen, über 130.000 Fixationen; der Vergleichswert von 2010 stammt aus derselben Reihe.

Die Aufmerksamkeit ist über die Jahre nach unten gewandert. Der obere Bereich bleibt trotzdem die wichtigste Fläche der Seite: Feeds und Handybildschirme haben den Menschen das Scrollen beigebracht, hinter der ersten Bildschirmfüllung fällt die Kurve aber immer noch steil ab. Die Kernaussage gehört also weiterhin nach oben. Und sie muss in einen Satz passen.

Wie sagen Sie in einem Satz, was Sie für wen tun?

Ein Wertversprechen sagt in einem Satz, wer bei Ihnen was bekommt. Die oberste Zeile im Sichtbereich, die Headline, trägt das Ergebnis. Die Zeile darunter klärt, für wen Sie was tun und warum. Erst danach kommen die Belege, also Referenzen oder Prüfsiegel. Diese Reihenfolge stammt aus der Conversion-Praxis und dreht die übliche Firmenlogik um, die beim Firmennamen anfängt und den Kundennutzen ganz nach hinten schiebt.

Begriff

Wertversprechen (Value Proposition)

Das Wertversprechen ist die knappe Aussage darüber, was Ihr Angebot für wen leistet und warum es sich lohnt. CXL baut es aus drei Teilen: Headline mit dem Ergebnis, Unterzeile mit Zielgruppe und Angebot, dann die Belege. Es steht bewusst am Anfang der Seite, weil daran hängt, ob jemand überhaupt weiterliest. Ein Slogan beschreibt ein Gefühl, ein Wertversprechen beschreibt ein Ergebnis.

Beginnen Sie die Seite mit einem Satz, der zusammenfasst, was die Website oder die Firma tut, besonders wenn Sie neu oder wenig bekannt sind.

Jakob Nielsen, Nielsen Norman Group, „Top 10 Guidelines for Homepage Usability"

Wie oft dieser eine Satz fehlt, hat Andy Crestodina von Orbit Media stichprobenartig auszählen lassen und in einem Interview bei Omniscient Digital erzählt. Eine Assistenz sah rund 100 Websites aus der Fertigungsbranche durch: Bei 51 % sagte die Headline nicht, was die Firma macht. Dort standen Sätze wie „pioneering a better way". Wichtig für die Einordnung: Das war eine Handauszählung aus einem Interview, aus einer einzigen Branche, ohne veröffentlichte Methodik.

51 %

der Headlines sagten nicht, was die Firma tut. Handauszählung von rund 100 Websites aus einer einzigen Branche (Fertigung), genannt von Andy Crestodina in einem Interview, ohne veröffentlichte Methodik. Ein Hinweis darauf, wie verbreitet die vage Headline ist, kein branchenübergreifender Studienwert.

Für Ihre Seite zählt die Zahl ohnehin weniger als die Gegenprobe an der eigenen Headline. Der Unterschied zwischen einer Firmen-Zeile und einem Wertversprechen wird sofort sichtbar, sobald beide nebeneinanderstehen. Warum der Blickwinkel eines Textes so stark wirkt, steht im Leitfaden zu Verkaufstexten für die Website. Hier geht es um die ersten Zeilen.

Firmen-Zeile
„Ihr Partner für innovative Gebäudetechnik."

Sagt nichts über Leistung, Zielgruppe und Gebiet. Passt genauso auf 2.000 andere Betriebe.

Wertversprechen
„Neue Heizung in 6 Wochen, für Hausbesitzer im Kreis Ludwigsburg."

Leistung, Zeitrahmen, Zielgruppe und Gebiet in einer Zeile. Der Besucher weiß in zwei Sekunden Bescheid.

Worin unterscheiden sich Startseite und Leistungsseite?

Die Startseite sortiert und positioniert, die Leistungsseite liefert und schließt ab. Die Startseite hat den Job, jeden Besucher in wenigen Sekunden auf den Weg zu schicken, der zu ihm passt. Die Leistungsseite beantwortet dann eine einzelne Frage vollständig und führt zur Anfrage. Sobald eine der beiden die Arbeit der anderen mitmacht, wird es unscharf.

Orbit Media beschreibt genau diese Aufgabenteilung als den entscheidenden Unterschied zwischen beiden Seitentypen: Die Headline der Startseite trägt die Positionierung, die Headline der Leistungsseite trägt das Angebot. Praktisch heißt das: Jede Seite bekommt ihren eigenen Text, keine Kopie.

FrageStartseiteLeistungsseite
AufgabeSortiert die Besucher und leitet zur passenden Unterseite weiterBeantwortet eine Frage vollständig und führt zum Abschluss
HeadlinePositionierung: was Sie tun, für wen, in welchem GebietAngebot: das eine Ergebnis, um das es auf dieser Seite geht
NavigationVollständig, mehrere Wege sind erwünschtReduziert, ein Weg führt zum Formular oder zur Nummer
BeweiseAuswahl: zwei bis drei starke SignaleTiefe: Ablauf, Preisrahmen, Referenzen, Antworten auf Einwände
Erfolg zeigt sich anKlick auf die passende UnterseiteAnruf, Formular, Terminbuchung

Eine Sonderform der Leistungsseite ist die lokale Landingpage mit Stadt- oder Regionsbezug. Dort helfen zusätzlich der Ortsname, die Anfahrt und Referenzen aus der Nachbarschaft. Wie diese Seiten aufgebaut sind, steht im Leitfaden zur Conversion lokaler Landingpages. Oben gelten dieselben drei Fragen, ergänzt um den Ort.

Wohin gehören die Vertrauenselemente?

Vertrauenselemente gehören nach oben, in Sichtweite des Angebots. Bewertungssterne, Meisterbrief, Garantiezusage oder ein Kundenzitat wirken dort, wo die Entscheidung fällt. Im Fußbereich bekommt ein Teil der Besucher sie nie zu sehen. Wer auf Ihrer Seite landet, prüft Angebot und Glaubwürdigkeit im selben Moment, also gehören beide zusammen.

  • Ein echtes Kundenzitat mit Namen und Ort, kurz gehalten, direkt unter dem Wertversprechen.
  • Die Bewertungszeile aus Ihrem Google-Profil, als Zahl statt als Behauptung („4,9 von 5 bei 128 Bewertungen").
  • Ein Beleg, den man prüfen kann: Meisterbetrieb seit 1998, Innungsmitglied, Herstellerzertifikat, Versicherungssumme.
  • Ein Gesicht statt eines Stockfotos, mit Namen und Durchwahl. Wie Sie diesen Faden weiterspinnen, zeigt die Über-uns-Seite, die Vertrauen schafft.

Was fehlendes Vertrauen kostet, sieht man am besten im Onlinehandel, wo jeder Abbruch gezählt wird. Das Baymard Institute führt in seiner laufend aktualisierten Erhebung 19 % der Kaufabbrüche darauf zurück, dass Besucher der Seite ihre Kartendaten nicht anvertrauen wollten. Bei einer Anfrage steht weniger auf dem Spiel als bei einer Zahlung. Der Mechanismus bleibt derselbe.

19 %

der Kaufabbrüche im Checkout gehen auf den Grund „I didn't trust the site with my credit card information" zurück (Baymard Institute, laufend aktualisierte Erhebung unter US-Onlineshoppern, ohne ausgewiesenes Erhebungsjahr).

Dass Startseiten diese Arbeit selten gut machen, deutet auch ein älterer Benchmark an. Baymard bewertete Ende 2020 32 % der Homepages von 60 großen Handelsseiten als mittelmäßig bis schlecht, nach 25 % im Jahr 2018 (Baymard). Die Zahl ist inzwischen alt und zeigt einen Trend, mehr trägt sie heute nicht. Sicherer als jeder Benchmark ist ohnehin der Test an der eigenen Seite, und der dauert fünf Sekunden.

Trick 1 · Der Fünf-Sekunden-Test

Jemandem die Seite fünf Sekunden zeigen und zwei Fragen stellen

Beim Fünf-Sekunden-Test zeigen Sie einer unbeteiligten Person Ihre Seite genau fünf Sekunden lang und stellen danach zwei Fragen: Wer ist das, und was kann ich hier tun? Bleibt die Antwort vage oder geht sie in die falsche Richtung, steht oben die falsche Aussage. Der Test kostet nichts und bringt in einer halben Stunde mehr Klarheit als jede interne Diskussion über Formulierungen.

Begriff

Fünf-Sekunden-Test

Der Fünf-Sekunden-Test ist eine Nutzertest-Methode aus der Usability-Forschung: Die Testperson sieht eine Seite fünf Sekunden lang, danach fragen Sie ab, was hängen geblieben ist. Gemessen wird der erste Eindruck, also genau das, was ein echter Besucher in den Sekunden aufnimmt, bevor er klickt oder zurückgeht. Für Firmenseiten sind die beiden Standardfragen „Wer ist die Zielgruppe?" und „Was kann ich hier tun?" am aussagekräftigsten.

1

Screenshot statt Live-Seite

Ein Bildschirmfoto vom oberen Bereich machen, in Handy- und Desktopbreite. So kann die Testperson weder scrollen noch klicken.

2

Fünf Sekunden zeigen

Timer stellen, Bild zeigen, Bild wegnehmen. Ohne Vorrede, sonst verrät die Erklärung schon die Antwort.

3

Zwei Fragen stellen

„Was macht diese Firma?" und „Für wen ist das?" Die Antworten wörtlich mitschreiben, auch das Zögern.

4

Fünf Personen, dann entscheiden

Fünf unbeteiligte Personen reichen für ein Muster. Strukturiert und mit bezahlten Testpersonen geht es über Lyssna (früher UsabilityHub), ab rund 2 US-Dollar pro Teilnehmer.

Copy-Check: Die Sofort-Variante ohne Testpersonen

Der Fünf-Sekunden-Test braucht Menschen und eine halbe Stunde. Wenn Sie sofort wissen wollen, wie Ihre Startseite aus Käufersicht wirkt: Adresse in den Copy-Check eingeben. Sie bekommen einen Score über fünf psychologische Dimensionen, die schwächsten Textstellen als wörtliches Zitat und zu jeder eine bessere Formulierung.

Startseite prüfen
Trick 2 · Der Prüfsatz aus Kundensicht

„Wir helfen [wem] dabei, [welches Ergebnis zu erreichen]"

Der Prüfsatz lautet: „Wir helfen [wem] dabei, [welches Ergebnis zu erreichen]." Lassen sich beide Klammern aus Ihrer Headline und der Zeile darunter füllen, steht die Kernaussage oben. Bleibt eine leer, fehlt genau der Teil, den der Besucher zuerst sucht. Der Satz selbst gehört ins Notizbuch, auf die Seite kommt die geschliffene Fassung.

Klammern bleiben leer
„Kompetenz aus einer Hand seit 1994."

Wir helfen [?] dabei, [?] zu erreichen. Weder Zielgruppe noch Ergebnis lassen sich hier einsetzen.

Klammern füllen sich
„Wir bringen Gastronomen in Winterthur durch die Hygienekontrolle, ohne Betriebsschließung."

Wir helfen [Gastronomen in Winterthur] dabei, [die Kontrolle ohne Schließung zu bestehen].

1

Headline abschreiben

Die oberste Zeile Ihrer Startseite und die Ihrer wichtigsten Leistungsseite auf ein Blatt schreiben, wörtlich.

2

Klammern füllen

Versuchen, den Prüfsatz allein aus diesen Zeilen zu bilden. Was Sie aus dem Kopf ergänzen müssen, fehlt dem Besucher ebenfalls.

3

In die Reihenfolge bringen

Ergebnis in die Headline, Zielgruppe und Angebot in die Unterzeile, danach die Belege. CXL setzt „für wen" bewusst vor „was wir tun".

Trick 3 · Scrolltiefe messen

Nachsehen, wie weit Ihre Besucher überhaupt kommen

Die Scrolltiefe zeigt Ihnen, wie viele Besucher die unteren Bereiche Ihrer Seite je zu Gesicht bekommen. Bevor Sie weiter unten etwas einbauen, lohnt der Blick in die Zahlen: Ein Vertrauenselement auf 80 % Seitenhöhe erreicht oft nur einen Bruchteil der Leser. Einen ersten Wert dafür liefert Google Analytics 4 ohne Zusatzarbeit.

Begriff

Scrolltiefe (Scroll Depth)

Die Scrolltiefe misst, wie weit Besucher eine Seite hinunterscrollen. In GA4 löst die Funktion „Enhanced Measurement" automatisch ein scroll-Ereignis aus, sobald jemand 90 % der Seitenhöhe erreicht. Feinere Stufen bei 25, 50 und 75 % liefert GA4 von sich aus nicht, dafür braucht es einen eigenen Trigger im Google Tag Manager. Der Wert ist die ehrlichste Gegenprobe zur Annahme, „das liest man ja weiter unten".

1

90-Prozent-Wert ablesen

In GA4 prüfen, wie viele Sitzungen auf Startseite und Leistungsseite das scroll-Ereignis auslösen. Die Funktion „Enhanced Measurement" ist standardmäßig aktiv (Trackingplan).

2

Zwischenstufen nachrüsten

Im Google Tag Manager einen Scroll-Depth-Trigger auf 25, 50 und 75 % legen und als Ereignis an GA4 schicken. Erst damit sehen Sie, wo Ihre Leser genau abspringen.

3

Visuell gegenprüfen

Eine Scroll-Heatmap zeigt dieselbe Information als Bild, bei Clicky zusätzlich pro Segment. So sehen Sie, ob Besucher aus der Region anders lesen als der Rest.

4

Umsortieren

Alles, was hinter der Abbruchlinie liegt und für die Entscheidung zählt, nach oben ziehen. Meist trifft es Preisrahmen, Bewertungen und die Telefonnummer.

Bonus · Der Headline-Audit

Zehn Wettbewerber-Headlines in eine Tabelle schreiben

Für den Headline-Audit schreiben Sie die obersten Zeilen von zehn Wettbewerbern in eine Tabelle und prüfen jede mit einer einzigen Frage: Verstehe ich in 6 bis 10 Wörtern, was diese Firma tut? Diese Wortzahl nennt Orbit Media als Richtwert für Headlines. Die Auszählung zeigt dann schnell, wie viele Zeilen in Ihrer Branche austauschbar sind. Wer als Einziger klar formuliert, gewinnt den Vergleich, bevor über Preise geredet wird.

  • Zehn Seiten öffnen, die zu Ihrem wichtigsten Suchbegriff ranken, und die oberste Zeile jeweils wörtlich in eine Tabelle kopieren.
  • Wörter zählen und markieren, welche Zeile die Leistung beim Namen nennt und welche sich mit „Partner", „Lösungen" oder „innovativ" begnügt.
  • Die Lücke suchen: Welche Zielgruppe, welches Gebiet oder welches Ergebnis spricht keiner der zehn an? Dorthin gehört Ihre Headline (Orbit Media).

Welche Mythen halten sich rund um den Text ganz oben?

Drei Annahmen führen die Arbeit am oberen Seitenbereich regelmäßig in die falsche Richtung. Die erste erklärt den Bereich für tot, die zweite stopft ihn mit rotierenden Bildern voll, die dritte lädt die Startseite mit dem gesamten Leistungsangebot auf. Die ersten beiden lassen sich mit Nutzertests entkräften, die dritte mit der Aufgabenteilung zwischen den Seiten.

Verbreitete AnnahmeWas Tests und Messungen zeigen
Above the fold spielt keine Rolle mehr, alle scrollenMenschen scrollen tatsächlich mehr als früher, der obere Bereich bekommt trotzdem die meiste Aufmerksamkeit. Die Nielsen Norman Group maß 2018 per Eyetracking (120 Personen, über 130.000 Fixationen) 57 % der Betrachtungszeit oben und 74 % in den ersten zwei Bildschirmfüllungen. 2010 waren es 80 % oben. Der Rückgang zeigt: Es wird mehr gescrollt, hinter dem Fold fällt die Aufmerksamkeit aber weiterhin steil ab.
Ein Slider oben zeigt mehr AngeboteRotierende Flächen teilen die Sichtbarkeit auf, bis jede einzelne Botschaft zu selten zu sehen ist. In einer Fallstudie desselben Hauses zu Siemens (2013) stand ein Rabattangebot in 98-Punkt-Schrift ganz oben und war durch die Rotation nur 20 % der Zeit sichtbar. Testpersonen fanden es nicht: „I didn't have time to read it. It keeps flashing too quickly." Dazu kommt, dass bewegte Flächen für Werbung gehalten und übersehen werden. Die Auswertung mit dem Headline-Richtwert beobachtet außerdem, dass sich bei Testimonial-Karussells nur rund 5 % der Besucher zum zweiten Slide durchklicken, und findet Slideshows trotzdem auf 43 % der untersuchten Websites.
Die Startseite muss alles erklärenDie Startseite hat den Job, den Besucher auf die Seite zu schicken, die seine Frage beantwortet, so beschreibt es die eingangs zitierte Gegenüberstellung beider Seitentypen. Die Tiefe, also Ablauf, Preisrahmen, Referenzen und Antworten auf Einwände, gehört auf die Leistungsseite. Wird alles auf die Startseite gepackt, verwässert die Sortierarbeit, und der Besucher sucht seinen Weg selbst oder eben gar nicht.

Hinter allen drei Mythen steckt derselbe Wunsch: oben möglichst viel unterbringen. Die Tests zeigen in die andere Richtung. Was zu kurz sichtbar bleibt oder zu viel auf einmal will, kommt beim Besucher gar nicht erst an. Eine Aussage, sauber gesetzt, trägt weiter als fünf Aussagen im Wechsel.

Womit fangen Sie an?

Fangen Sie mit dem Fünf-Sekunden-Test an, weil er in einer halben Stunde zeigt, ob Ihre Headline überhaupt ankommt. Bleiben die Antworten vage, bauen Sie mit dem Prüfsatz eine neue Headline und ziehen Bewertungen und Telefonnummer nach oben in Sichtweite des Angebots. Danach lohnt der Blick auf die Scrolltiefe, damit Sie wissen, welcher Teil Ihrer Seite wirklich gelesen wird. Wie diese Texte in ein größeres Ganzes passen, zeigt der Überblick zu Texten, die ranken und verkaufen. Wie Sie damit in Ihrer Region sichtbar werden, klärt der Leitfaden zur SEO für kleine und mittlere Unternehmen.

Besucher wissen in fünf Sekunden, dass sie richtig sind

Sie sehen, welche Zeile auf Ihrer Startseite und Ihrer wichtigsten Leistungsseite zuerst dran ist und was oben in Sichtweite gehört.

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Quellen