Local Pack: Wie komme ich in die Top 3?
Die Top 3 bei Google sind ein gefilterter Ausschnitt, kein Ranking von 1 bis 3 unter allen Bewerbern. Wer dort fehlt, scheitert meistens schon am Filter.
Die drei Betriebe mit der Kartenvorschau, die bei „Elektriker in meiner Nähe" ganz oben stehen, bilden den Local Pack, also den Kasten mit den drei lokalen Treffern direkt über den normalen Suchergebnissen. Er sammelt fast alle Klicks ein. Auf Platz 1 landen laut First Page Sage (2026) 17,6 % aller Klicks, auf Platz 2 noch 15,4 % und auf Platz 3 noch 15,1 %. Die drei Plätze liegen eng beieinander, der Abstand zu allem darunter ist groß.
Entscheidend ist die Reihenfolge dieser Schritte. Google prüft zuerst, wer überhaupt erscheinen darf, und sortiert erst danach die übrigen Betriebe. Lokale Sichtbarkeit hängt von mehreren Faktoren ab. Ihre Sichtbarkeit verbessert sich dabei nicht allein durch die Optimierung dieser Faktoren, sondern auch durch das Verständnis, in welcher Reihenfolge sie greifen.
Was sieht Google, bevor es die Plätze vergibt?
Für jede lokale Suchanfrage hat Google Hunderte Profile zur Auswahl. Bevor ein Ranking entsteht, läuft ein erster Durchgang, der ähnliche und doppelte Profile aussortiert. Erst die Profile, die diesen Durchgang überstehen, werden danach nach Relevanz, Nähe und Bekanntheit sortiert.
Local Filter
Der Local Filter (auch Duplikat-Filterung genannt) ist Googles Mechanismus, der zu ähnliche oder doppelte Profile aus dem Pack entfernt. Er ist seit dem Possum Update 2016 aktiv und filtert anhand von URL und Firmenname, von Adresse plus Kategorie, von der Nähe zu Konkurrenten und seit November 2023 auch danach, ob ein Betrieb gerade geöffnet hat. Pro Kontext bleibt der stärkste Eintrag stehen, der Rest fällt heraus.
Diese Logik erklärt ein häufiges Missverständnis. Ein Betrieb mit schlechterem absolutem Ranking kann trotzdem im Pack stehen, weil sein stärkster Konkurrent gerade gefiltert wird. Umgekehrt verschwindet manchmal der lokal stärkste Eintrag dauerhaft, weil ein strukturell sehr ähnliches Profil seine Autorität für genau dieses Keyword übertrifft. Joy Hawkins von Sterling Sky beschreibt die Auswahl so:
„Der Eintrag mit der höchsten Ranking-Autorität für genau dieses Keyword ist der, der erscheint. Dass ein Eintrag für ein Keyword gefiltert wird, heißt nicht, dass er für andere Keywords gefiltert wird."
— Joy Hawkins, Sterling Sky, 2020
Die Plätze selbst vergibt Google über drei Signale: Relevanz, Nähe und Bekanntheit. Diese drei behandle ich getrennt, weil sie ein eigenes Modell bilden, nachzulesen im Leitfaden zum lokalen Ranking. Hier geht es nur um den Schritt davor, den Filter, denn an ihm scheitern die meisten Betriebe.
Die folgenden drei Tricks zeigen, ob der Filter Sie betrifft und an welchen Orten Sie in den Pack rutschen.
Trick 1 · DiagnoseDen Local Filter mit zwei Suchen testen
Bevor Sie an Ihrem Profil schrauben, prüfen Sie, ob der Filter überhaupt Ihr Problem ist. Suchen Sie nach Ihrer Kategorie plus Stadt und schauen Sie, welcher Wettbewerber mit ähnlicher Adresse oder gleicher Kategorie Ihren Platz belegt. Steht dort ein Betrieb, der Ihnen strukturell sehr ähnlich ist, ist das ein erstes Indiz.
Nach Kategorie plus Stadt suchen
Notieren Sie, welche drei Einträge im Pack stehen und ob ein Wettbewerber an ähnlicher Adresse oder mit gleicher Kategorie dabei ist.
Den Local Finder öffnen
Auf „Mehr Orte" klicken. Die erweiterte Listenansicht erscheint mit deutlich mehr Einträgen.
Einmal in die Karte zoomen
Mit dem Mausrad leicht hineinzoomen. Es tauchen Profile auf, die vorher fehlten. Das sind die gefilterten Profile, oft auch Ihres.
Erscheint Ihr Eintrag erst nach dem Zoom, ranken Sie nicht schlecht, sondern werden weggefiltert. Diese Technik geht auf Sterling Sky zurück, die den Filter damit direkt sichtbar macht. Bevor Sie das Ergebnis bewerten, brauchen Sie allerdings den nächsten Trick, denn eine einzelne Suche zeigt nur einen Standort.
Local Finder
Der Local Finder ist die erweiterte Listenansicht, die nach einem Klick auf „Mehr Orte" erscheint. Er zeigt weit mehr als drei Betriebe und folgt einer eigenen Algorithmus-Logik, die weniger stark vom Filter abhängt. Genau deshalb taugt er als Diagnose-Werkzeug: Hier tauchen gefilterte Profile wieder auf.
Mit einem Grid-Scan sehen, wo Sie in den Pack rutschen
Ihr Pack-Platz ist nicht überall gleich. An manchen Punkten in Ihrer Stadt stehen Sie in den Top 3, an anderen fehlen Sie. Ein Grid-Scan mit einem Werkzeug wie Local Falcon misst Ihre Position an vielen Punkten gleichzeitig und färbt sie auf einer Karte ein; grün steht für die Top 3. Wie diese Geogrid-Tools funktionieren und worin sie sich unterscheiden, zeigt der herstellerneutrale Tool-Vergleich von BrightLocal.
Grid-Scan
Ein Grid-Scan (auch Geogrid) erfasst Ihr Ranking an mehreren Punkten eines Rasters über Ihrem Einzugsgebiet, zum Beispiel sieben mal sieben Felder. So sehen Sie flächig, wo Sie in den Pack kommen und wo Sie herausfallen, statt das aus einer einzelnen Suche zu schließen.
Für den Filter ist das Muster aufschlussreich. Fällt Ihr Ranking gleichmäßig mit der Entfernung ab, ist das normale Distanz-Logik. Springt es dagegen unregelmäßig hin und her, ohne geografische Ordnung, deutet das auf einen aktiven Filter hin. Sterling Sky nennt dieses zerstreute Bild ein Swiss-Cheese-Muster. Wie weit Sie allein über die Distanz tragen, behandle ich getrennt im Beitrag zur Proximity, und warum Ihre eigene Suche ein verzerrtes Bild liefert, lesen Sie im Beitrag zur Maps-Sichtbarkeit. Hier nutzen Sie das Grid nur für die eine Frage: An welchen Punkten komme ich hinein, und was blockiert mich dort?
Trick 3 · MessungTäglich tracken, statt aus einer Suche zu schließen
Eine einzelne Google-Suche taugt nicht als Beleg, weil Personalisierung, Gerät, Tageszeit und Standort das Ergebnis verzerren. Wer einmal sucht und sich auf Platz 2 sieht, weiß nichts über seinen echten Pack-Platz. Stellen Sie ein Rank-Tracking auf tägliche Scans und vergleichen Sie die Verläufe.
Tägliche Scans einrichten
Ein Rank-Tracker wie BrightLocal, Whitespark oder Local Falcon erfasst Ihre Position automatisch, frei von Ihrer eigenen Personalisierung.
Verläufe nebeneinanderlegen
Erscheint Ihr Eintrag heute und am nächsten Tag gar nicht, wechselt der Filter Sie mit einem Konkurrenten ab.
Öffnungszeiten mitdenken
Seit November 2023 schwankt der Platz auch stündlich, je nachdem, ob Sie gerade geöffnet haben.
Wie stark diese Schwankung ausfällt, zeigt ein Fall von Sterling Sky: Ein Anwalt fiel über Nacht von Platz 1 auf Platz 10 und erholte sich tagsüber wieder. Dass die Öffnungszeiten hinter solchen Sprüngen stehen, hat Google inzwischen selbst bestätigt: Laut Search Engine Journal erklärte der Google Search Liaison, „openness" sei für nicht-navigierende Suchanfragen zu einem stärkeren Signal geworden. Erst über mehrere Tage hinweg sehen Sie das wahre Bild. Damit ist auch klar, warum drei verbreitete Annahmen über den Pack in die Irre führen.
Welche Annahmen über den Pack stimmen nicht?
Drei Überzeugungen halten sich hartnäckig und kosten Betriebe Zeit und Geld. Hier stehen sie neben dem, was kontrollierte Tests und unabhängige Datenquellen zeigen.
| Verbreitete Annahme | Was die Daten zeigen |
|---|---|
| Der Pack-Platz ist stabil, wer drin ist, bleibt drin | Die Position schwankt täglich und sogar stündlich. Seit November 2023 fallen geschlossene Betriebe aus dem Pack heraus, und Core Updates verschieben die Gewichtung der Signale (von Google selbst bestätigt via Search Engine Journal; das Öffnungszeiten-Signal gilt laut Whitespark 2026 als fünftstärkster Faktor). |
| Bezahlte Anzeigen bringen auch organisch einen Pack-Platz | Anzeigen und organischer Pack sind getrennte Systeme mit eigenen Algorithmen, ein Übertragungseffekt ist nicht belegt. Local Service Ads laufen als eigenes Produkt über der Box und holen je Position nur 2,5 bis 3,1 % der Klicks, während Pack-Platz 1 auf 17,6 % kommt (First Page Sage, 2026). |
| Wer nicht im Pack steht, ist für lokale Sucher unsichtbar | Sie werden weiterhin über den Local Finder hinter „Mehr Orte" und über die Karten-App gefunden; der Local Finder zeigt alle für die Anfrage relevanten Betriebe, nicht nur drei (digital lokal). Maps sortiert primär nach Nähe statt nach Bekanntheit, sodass ein gefilterter Betrieb dort gut sichtbar bleibt (Local Dominator, 2025). |
Dazu gehört eine ehrliche Einordnung. Die Filter-Trigger und das Öffnungszeiten-Signal sind keine bestätigten Google-Aussagen, sondern aus Tests und Fallstudien abgeleitet, also Korrelation, nicht bewiesene Kausalität. Die Richtung ist über mehrere Anbieter hinweg konsistent, das genaue Gewicht jedes Faktors bleibt eine Schätzung.
aus einer einzigen Suche geschlossen, in Panik das Profil umgebaut.
Filter testen, Grid scannen, mehrere Tage tracken, dann gezielt handeln.
Welche Hebel den Filter und das Ranking tatsächlich bewegen, also Kategorie, Bewertungen und Leistungen, behandle ich gebündelt im Beitrag zu den drei Maps-Hebeln. Hier ging es darum, den Pack richtig zu lesen, bevor Sie an diesen Hebeln ziehen.
Was nehmen Sie mit?
Der Local Pack ist ein zweistufiges System: erst der Filter, dann das Ranking. Prüfen Sie über den Local Finder, ob Sie gefiltert werden, sehen Sie im Grid-Scan, wo Sie hineinkommen, und messen Sie über mehrere Tage statt aus einer einzelnen Suche. Wer den Pack so liest, dreht danach an den richtigen Stellschrauben.
Den großen Überblick gibt der Leitfaden zur lokalen Sichtbarkeit, und wie das Ganze für kleinere Betriebe zusammenspielt, lesen Sie im Leitfaden für KMU.
Wer in den Top 3 steht, wird angerufen
Sie suchen sich selbst in den lokalen Ergebnissen und finden Ihren Betrieb nicht unter den ersten drei? Ich prüfe, ob der Filter Sie aussortiert oder Ihr Ranking zu tief liegt, und sage Ihnen, wo bei Ihnen am meisten zu holen ist.
Sichtbarkeit prüfen lassen
Quellen
- Sterling Sky – Wird Ihr Google-Eintrag gefiltert? (Filter-Diagnose, 2020)
- Sterling Sky – Geogrid-Tracker richtig nutzen, Swiss-Cheese-Muster (2023)
- Sterling Sky – Öffnungszeiten als neuer Pack-Ranking-Faktor (2023)
- Whitespark – Local Search Ranking Factors 2026
- Whitespark – 7 Ranking-Faktoren, die Ihr Denken herausfordern (2025)
- First Page Sage – Klickraten nach Position 2026 (Pack-CTR und LSA)
- Local Falcon – Geogrid-Rank-Tracking (Tool-Hersteller)
- BrightLocal – Geo-Grid-Tools im Vergleich (herstellerneutral)
- Search Engine Journal – Google bestätigt „Openness" als Ranking-Faktor (2023)
- Igniting Business – Was der Google Local Filter ist (2025)
- Local Dominator – Local Pack vs. Google Maps (2025)
- digital lokal – Local Pack, Local Finder & Local Organic im Vergleich (DE)